Ø3 hat es sich zum Ziel gesetzt, klangforschende, grenzgängerische Musik, Video-Sound-Performances und Installationen anzubieten und steht dabei in der Veranstaltungstradition einer Reihe ehrenamtlich organisierter „Microfestivals“ - darunter „Kunst aus Strom“, sowie zuletzt die beiden GEGENSTRØM-Veranstaltungen I und II, die in Abständen von 2-3 Jahren über einen Zeitraum von ca. 15 Jahren stattfanden. Das diesjährige GEGENSTRØM möchte erneut aktuelle musikalische Entwicklungen und innovative Ansätze in den Stilrichtungen Experimental, Elektro, Noise, Ambient, Jazz und Industrial einfangen und einem breiten Publikum zugänglich machen.
Am 07.05.2016 laden in der Desi regionale und internationale Acts zum Tanzen, Austauschen und Hörverstehen ein. Neben den Konzerten wird es Klang- und Videoinstallationen. Das visuelle Rahmenprogramm (Bewegtbild) wird Prof. Verena Kraemer kuratieren, die an der BTK Fachhochschule in Hamburg lehrt. Den Ausstellungsbereich und die Präsentation von Klangobjekten und Soundinstallationen konzipiert Sebastian Tröger in Kooperation mit der AdBK Nürnberg (Fachbereich Medien/Digitalwerkstatt).


Osman Arabi


Komponist, Produzent, Sound Designer, Improvisateur. Ein strenger Kritiker der Musikindustrie, der immer wieder unter neuen Namen veröffentlicht, dann mal wieder vollkommen von der Bildfläche verschwindet, nicht greifbar bleibt. Veröffentlichungen u.a. auf Touch Records und seinem eigenen Label Obscure Abominations.
Von seinen Anfängen im Black Metal über Industrial und Power Electronics, bis hin zu Dark Ambient und elektroakustischen Experimenten, arbeitet Arabi inzwischen mit einer Technik von Gitarrenimprovisation, die er als „Occult Guitar“ bezeichnet. Mal scheinen kaputte Blues-Versatzstücke auf, mal denkt man an die Gitarrenexperimente eines Greg Ginn, dann scheinen sogar Funk-Anleihen auf, bevor alle Strukturen in einer kontrollierten Kakophonie zusammen zu brechen scheinen. Seine Liveshows sieht er als „Live Rituals“, bei denen er sich völlig in den Sound fallen lässt, ohne dabei aber auf Maximalismus und große Geste zu setzen – es geht um den Sound, um das Brechen musikalischer Denkmuster. www.osmanarabi.bandcamp.com


Black To Comm


a.k.a. Marc Richter experimentiert zwischen Elektroakustik und Vinylkratzen, mäandernden Drone-Loops von wimmelig bis monochrom, Struktur und deren Verschwinden, immer mit dem etwas spannungsgeladendem Gefühl, da würde noch etwas Ominöseres unter der Oberfläche lauern. In seinen Tracks und Cut-Up-Collagen gelingt ihm das architektonische Kunststück, gleichzeitig psychedelisch-luftig und heavy-intensiv zu klingen. Veröffentlichungen u.a. auf Type Records und Digitalis, und fast wie nebenbei betreibt er auch noch das fantastische Label Dekorder (u.a. Machinefabriek, Datashock, Felix Kubin oder Failing Lights). www.blacktocomm.org


Möström


Aus der Wiener Experimentalszene kommt eine vielversprechende neue Formation zu uns nach Nürnberg. Die Mitglieder von Möström sind keineswegs Unbekannte, denn Elise Mory (Keyboards), Susanna Gartmayer (Bassklarinette/Kontra-Altklarinette) und Tamara Wilhelm (Handmade Noise Machines) trifft man ansonsten bei Gustav, dem Gemüseorchester, Broken Heart Collector, subshrubs oder mit einem Soloprojekt an. Die ungewöhnliche Besetzung wirft neue Schatten auf unerbittlich spröde improvisiertes Chaos, unbekümmert pulsenden Noise Pop, grenzwertig schmelzenden Kitsch und konzentrierte, aufregende Klangexpeditionen. Das ist improvisierte Musik, wie sie in dieser Form momentan vielleicht nur aus der österreichischen Musikmetropole kommen kann. www.moestroem.klingt.org


Flamingo Creatures


sind Ruth-Maria Adam und Ronnie Oliveras, beide auch Mitglieder der fast schon legendären saarländischen Gruselkraut-Formation Datashock, beide auch Mitglieder des weird shit Improv-Jazz-Trios Schrein und nicht zuletzt Wahl-Kollaborateurinnen von Limpe Fuchs. Als Flamingo Creatures kombinieren sie furchtlos obskure Sounds mit Synthesizer-Experimenten und lassen Geige, diverse Blasinstrumente und ihren ganz eigenen, großartigen Humor aufeinanderprallen. Es scheppert, summt, klirrt, brummt, klingelt und rumst – kurz: es geht zur Sache, aufmerksam aber kompromisslos, ganz so als würden sich Kluster mit Smegma auf eine Tasse Pilztee und ein Fluxustänzchen treffen. flamingosandothercreatures.wordpress.com


Auster


waren uns bis vor kurzem noch vollkommen Unbekannte, war aber klar, dass auf dem GEGENSTRØM ein Saxophon-Drum-Bass-Trio spielen muss, das aus Nürnberg kommt, irgendwo zwischen dem freien Jazz eines Mats Gustafsson und Noiserock-Freakout à la AIDS Wolf angesiedelt ist – brutal, spielerisch, in your face und in your brains!


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und ihren Proto-Techno-Krautmaschinen laden zur Aftershowparty ein– live gespielt von 1/3 bauL#, 1/3 Philipp Roth (Red On) und 1/3 Hoke (Magic Meru).




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